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Mobile Cinema versus Digital Cinema tried closeness


Mobile Cinema versus Digital Cinema besteht aus Künstler*innen, die sich zum Thema Innen und Außen filmisch äußern. Mobile Cinema wurde 2011 in Hamburg München Istanbul und Berlin performed mit dem Schwerpunkt auf Verknüpfung der Städte untereinander.
2019 wurde Mobile Cinema Reloaded in Helsinki, Nelimarkka und Italien Rom aufgeführt zusammen mit Phoebe Lesch, die in ihrer Spiegelrüstung performte. In Finnland und Italien war der Schwerpunkt der Arbeit auf den Chancen und Gefahren der Digitalisierung gelegen, wie der Film durch die Projektion auf kleinen Smartphone screens verändert wird und wie sich dadurch das Video verändert.
In Zeiten von Corona sind die digitalen Medien, Zoom, YouTube, Livestreams, Instagram, Facebook oft das Mittel der Wahl um präsent zu bleiben und die Quarantäne zu überbrücken. Das Projekt MC versus DC befasst sich mit Mobilität und Nähe, was in Zeiten von Corona schlecht möglich ist. Deshalb legen Toni Wirthmüller und ich jetzt den Schwerpunkt auf digitales Screening und Zoom Konferenzen genauso wie auf auf digitale Performances. Wir versuchen die fehlende Nähe durch das Digitale auszugleichen. Ob uns dies gelingt wird sich als performatives digitales Experiment herausstellen. Wie die versuchte Nähe durch das Digitale hergestellt werden kann und wie wir das Materielle auf unsere digitale Arbeitsweise übertragen können, wird erprobt werden. Geplant ist eine digitale Performance in freier Natur, mit einer Kamera als Aufnahmegerät und ohne Zuschauer, da es wenig Sinn macht andere Locations mit mehr Menschen aufzusuchen, da die Abstandsregeln bei Interviews nicht eingehalten werden können. Das Interview, das mit Matthias von Tesmar, über Digitalität und Präsenz in Zeiten der Corona Krise wird durch ein Zoom Meeting stattfinden. Das Interview mit Joep Vossebelt über die Situation in Holland bedingt durch die Corona Krise zum Thema der versuchten Nähe in Zeiten der Corona Krise wird auch über ein Zoom Meeting geschaltet werden. Auch wird über die Thema der Videoausschreibung Insideout von innen nach außen gesprochen. Wie haben die 2 Monate durch die Corona Krise die auf sich selbst gestellten und das Innere bezogenen Künstler, verändert?
Der dann anschließende open call behandelt auch dieses Thema des „auf sich bezogen seins“. Eine gemeinsame Erfahrung in den letzten 2 Monaten. Zusammen mit dem Veranstalter in Maastricht sind wir überein gekommen, dass es durch den Corona shutdown wichtig ist, eine digitale Version dieses Projekts zu erarbeiten, da auch im Extrem der Digitalisierung spannende Ergebnisse zu erwarten sind. In Holland geht der Lockdown bis 1. Juni. Einlass mit Maske und nur 30 Personen in Museen und Galerien. Es ist aber unklar wie die Einreisebestimmungen zu diesem Zeitpunkt sind.
Eine weiter Frage ist, wie sich die künstlerische Arbeitsweise durch den zunehmenden Einsatz von digitalen Medien und Geräten in der Corona Zeit verändert hat. Auf alle Fälle haben die Künstler die Digitalisierung längst vollzogen, was mit sich bringt, dass sehr viele Videos und jetzt noch mehr, auf „Vimeo“ und anderen Streaming Plattformen hochgeladen werden und jederzeit abrufbar sind, in unterschiedli¬ cher Qualität und eher auf kleinen Monitoren. Was passiert mit dem Medium Video und Film, wenn plötzlich der Aspekt des gemeinsamen Schauens von Film und Video ausgehebelt wird, da die „Arbeit „im Netz jederzeit abruf¬ bar ist und es die Pandemie nicht zuläßt und Ausstellungseröffnungen durch Zoom Meetings ersetzt werden? Was macht also die Corona Digitalisierung mit unserer Wahrnehmung? Führt dies etwa dazu, dass wir durch das Überan¬ gebot an Filmen und Videos ungenauer und oberflächlicher „schauen“ oder nur noch schnöde konsumieren, auf den Online-Plattformen weiter zappen, wenn wir glauben, das Video erfasst zu haben oder ein kleiner Hauch von Langeweile aufkommt. Wer hat schon in einer durch Digitalisierung beschleunigten Welt die Zeit, sich ein längeres Video anzusehen, was aber für die Rezeption wichtig wäre? Eigentlich schade wenn es so wäre da ja alles mit großer Ernsthaftigkeit gemacht wurde und unsere Aufmerksamkeit verdient.
Darüber hinaus stellen wir uns einer weiteren Frage. Ab wann schadet die Digitalisierung der Kunst, obwohl sie natürlich für den Künstler eine Vielzahl von kreativen Möglichkeiten geschaffen hat? Spätestens dann, wenn die Präsenz im Internet der Realität des Kunstwerks Konkurrenz macht. Wird Kunst heutzutage mehr über die neuen Medien rezipiert oder zählt die Realität mehr als die digitale Abbidung? Wird das Ausstellungserlebnis zunehmend profan und wirken die Kunstwerke wie hohle Kulissen, die die digitale Welt bevölkern?